12/ Nessebar-Altstadt: Die Architektur der bulgarischen Wiedergeburt

Die alte bulgarische Wohnkultur können sich heutige Bauplaner vorbehaltlos zum Vorbild nehmen. Ihr romantisches Flair lockt tausende Touristen an.

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Malerische Kulisse für die christliche Baukunst

Bulgarien Schwarzmeerhaus Nessebar

Versunken in die christliche Architektur der Nessebarer Gotteshäuser, erwartet den Besucher ganz und gar kein böses Erwachen, wenn er sich der Architektur der Wohnbauten einer späteren Epoche der Stadt zuwendet. Moderne Bauplaner täten gut, sich jene Künstler der bulgarischen Wiedergeburtsepoche zum Vorbild zu nehmen.

Der wirtschaftliche Boom des 18. Jh., der sich an den Bautrends in den privilegierten bulgarischen Städten wie Sheravna, Kotel und Boshenzi orientierte, hat auch in Nessebar eine malerische Kulisse geschaffen.

Die neuen Architekten behandelten die christliche Baukunst mit Respekt, denn um die Kirchen herum findet man besonders schöne Holzhäuserensembles, wobei die Unterschiede der Bauepochen geschickt verwischt wurden.

 Schatten und angenehme Kühle

Oft tragen die Häuser die Namen ihrer Besitzer. Ihre steinernen Kellergeschosse werden zu Haushaltszwecken genutzt – bunte Paletten aus Eingemachtem und dickwandige Weinkrüge lagern dort. In den oberen Holzstockwerken befindet sich der Wohntrakt.

Mit ihren Erkern, Fensterläden und weitausladenden Dächern, die mönchskuttengleichende Schatten auf das Pflaster der Gassen werfen, wirken sie heiter. Durch die salzige Meeresluft ist ihr Holz morsch geworden, es vermittelt Ursprünglichkeit.

Rosettendecken und Leckereien vom Holzkohleofen

Das „Ethnographische Museum“ hat in so einem prächtigen Haus seine Zelte aufgeschlagen. Besonders das Zimmer im typischen bulgarischen Stil mit niedrigem Sofa, farbenfroh bestickten Kissen und der Holzrosettendecke ist sehenswert. In den Nessebarer Höfen grillte man früher wohlduftende Leckereien auf Holzkohleöfen.

Heute findet man unzählige Restaurants unter den Weinlauben und Feigenbäumen. Zigeunerkapellen locken die Gäste an und trotz touristischen Zulaufs hat die Insel ihren romantischen Charme bewahrt.

Hier werden nicht mehr kostbare Waren aus Venedig, Genua und Dubrovnik für die Bojaren – wie in der Zeit des Zaren Iwan Alexander – von den Schiffen entladen, sondern tausende Pauschaltouris fliegen satte Gewinne ein.

Vorschau:

Im letzten Beitrag dieser Serie besuchen wir das Archäologische Museum in Nessebar und lassen die Kultur und Geschichte der Halbinsel noch einmal Revue passieren.

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