8/ Nessebar-Altstadt: Johanneskirche und Erlöserkirche

Santa Maria zieht den Teufel aus den Wogen, um ihn mit dem Hammer zu erschlagen. Farbenreiche Fresken der Nessebarer Kunstschule aus dem 17. Jahrhundert.

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Schlicht wie eine kleine Burg

Kirche Johannes des Täufers in Nessebar - Bulgarien

Die Kirche „Johannes des Täufers“ (Sv. Ivan Krâshtitel) unweit im Norden der Halbinsel – wurde in der ersten Hälfte des 9. Jh. aus unbehauenen Steinen errichtet. An ihrer intakten Fassade sind die alten Ausschmückungsverfahren mit Mörtel aus der Römerzeit lebendig geblieben. Schlichte Ziegelmuster dienen als Dekoration.

Der Kreuzkuppelbau mit den hohen Mauern ähnelt einer kleinen Burg. Er intoniert einen neuen Bautyp, bei dem Apsiden und Tamboure abweichend zu den Bauwerken Konstantinopels keinerlei polygonale (vieleckige), sondern ausschließlich zylindrische und halbzylindrische Form besitzen.

Mit dem Hammer den Teufel erschlagen

Nur zwei sehr verblaßte Freskenfragmente haben den Zahn der Zeit in dem kalkweißen Kirchenraum überdauert. An der westlichen Südmauer ist das realistische Portrait des Stifters zu erkennen, das zu den wertvollsten aus jener Zeit in Bulgarien zählt.

An der Säule beim Eingang zieht Santa Maria – die Beschützerin der zur See fahrenden Kaufleute – einen Teufel aus den Wogen, um ihm mit einem Hammer den Kopf zu zerschmettern (16. Jh.). Heute dient die Kirche als Ausstellungsraum.

Sveti Spas und die Osmanenzeit

Erlöserkirche "Sv. Spas" Nessebar

In der Nähe befindet sich die kleine einschiffige Erlöserkirche (Sv. Spas), die laut einer Inschrift über der Tür in einer späteren Epoche, nämlich während der Osmanenzeit im Jahre 1609 erbaut wurde. Ihr Inneres ist ein farbenreiches Kaleidoskop der Nessebarer Kunstschule aus dem 17. Jh.. Die Fresken wurden restauriert. Die zierliche Apsis ist mit einem Bildnis der Madonna mit Kind ausgemalt, die übrigen Flächen mit Heiligenbildern und Sujets aus dem Evangelium.

In der Kirche befindet sich der Grabstein der byzantinischen Prinzessin Matthiasa Kantakusina, die bis 1441 in der Alten Metropolitenkirche ihre Ruhestätte hatte. In dem weiter nördlich gelegenen Hamam – dem türkischen Bad mit der kleinen Kuppel – dampft jetzt starker Kaffee.

Vorschau:

Im nächsten Beitrag der Nessebar-Serie setzen wir unseren Rundgang über die Halbinsel fort und besichtigen die frühchristliche Alte Metropolitenkirche mit ihrem antiken Charme.

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