5/ Nessebar-Altstadt: Johannes-Aliturgetos-Kirche – aus ungeweihtem Kalkstein

Eine Kirchenruine, schön wie eine Möwe – mit Muschelmotiven, Fischgrätenmustern und Fabelwesen geschmückt.

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Weiß und schön wie eine Möwe

Bootshafen Nessebar - bulgarische Schwarzmeerküste

Einen Katzensprung (Jene umzingeln hier die Bonitenfänge.) vom Bootshafen entfernt, ragen über einer breiten Treppe am Meer die stolzen Mauern der Johannes-Aliturgetos-Kirche auf. Die im 14. Jh. erbaute Kirche war noch vor ca. 100 Jahren vollständig erhalten, dann brachte ein Erdbeben sie zum Bersten.

Angesichts ihrer Größe glaubte man nicht an eine Weihe für den Kult, woraus sich auch ihr Name zu Deutsch „Der Ungeweihte“ – erklärt. Dennoch wurden dort Gottesdienste abgehalten.

Mit ihrer Lage oberhalb des Hafens und ihrer kalkweißen Fassade erinnert sie an eine Möwe. Großartige Städteplaner mit ästhetischem Empfinden errichteten sie auf einer natürlichen Seeterrasse an der zum Hafen führenden Straße.

Islamische Poesie des Meeres

Die der Stadt zugewandte Seite der Kirche ist kunstvoller ausgearbeitet als die am Meer. Hohe zweistufige Nischen, zwischen denen niedrigere und schmalere, konkave Nischen eingefügt sind, umgürten sie.

Der bezaubernde, ornamentale, in kontrastvoller Kalkstein-Ziegel-Technik ausgeführte, keramoplastische Fassadenschmuck verrät islamische Einflüsse. Die Schmuckmotive passen zum natürlichen Ambiente: Miesmuscheln, Fischgrätenmuster, Zickzackwellen, Kreuze und Sonnenstrahlen.

… und das christliche Kreuz

Im Innenraum erkennt man an den Tragsteinen der Apsis und den Schlußsteinen Monogramme, Zahlen, Akanthusblätter, Löwen, Ostertauben und drachenähnliche Fabelwesen.

Von allen Kirchen Nessebars ist diese dem Prinzip der Kreuzkuppelkirche am stärksten verhaftet. Die vier freistehenden Säulen im Naos teilen den Raum in ein griechisches Kreuz. Ein Blick aus dem Bogenfenster der Apsis hinaus in das weite Blau läßt sensible Herzen höher schlagen.

Vorschau:

Im nächsten Beitrag der Nessebar-Serie besuchen wir Stefanskirche mit ihrer farbenfreudigen Ikonostase und den wertvollen Wandmalereien.

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