1/ Nessebar-Altstadt: Freilichtmuseum des Mittelalters

Schon allein der alte Name der Halbinsel Nessebar an der bulgarischen Schwarzmeerküste klingt nach antiker Geschichte. Dazu die kulturellen Zeugen der mittelalterlichen Stadt mit ihren vielen Kirchen.

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Holzhäuser, Kirchen und Kapellen

Nessebar Bulgarien Isthmus

Gleich einer gestrandeten Arche aus dem Altertum liegt sie im Brackwasser vor der Dünenküste. Die alte Ankerkette hat sie auf Ewigkeit geworfen.

Ihr Schiffssteg ist ein 400 m langer, befestigter Straßendamm, auf dem eine von den Sturmwogen gezeichnete Holzwindmühle die märchenhafte Einstimmung des Insel-Oratoriums übernimmt.

Leitmotiv des Stücks: altstädtische, holprige Gassen mit malerischen Holzhäusern aus der bulgarischen Wiedergeburtszeit des 18. /19. Jh..

Dazu die kulturellen Zeugen der mittelalterlichen Stadt mit ihren einst unzähligen Kapellen und Kirchen, die auf den Überresten der antiken, gleichwohl ältesten, thrakischen Siedlung erbaut wurden.

Das thrakische Mesembria Pontica

Schon allein der alte Name der Insel „Mesembria Pontica“ klingt nach antiker Geschichte. Dem zweiten Wortteil (-bria) begegnet man in der thrakischen Ortsnamenkunde häufig, wo er vermutlich „Stadt“ bedeutet.

Außer vorgriechischen Festungsresten aus der Spätbronzezeit legen zum Beispiel 23 steinerne Anker aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends nahe, daß die Inselbuchten in der Vorkolonisationsperiode als Häfen gedient haben. Unterwasserforscher brachten es zu Tage: Das thrakische Messambria hatte bedeutendere Ausmaße als die heutige Halbinsel.

Starke Nordostwinde gaben allmählich ca. ein Drittel des Eilands den geheimnisvollen Wogen preis. Die beiden antiken Häfen und die Akropolis der Stadt sind vermutlich im Meer versunken.

Sichtbare Spuren der thrakischen Siedlung findet man im nördlichen Teil der Halbinsel (eine bis zu 0,80 m starke Kulturschicht) – Grundlagen apsidenförmiger Wohnungen.

Griechische Kolonisierung

Um 510 v. Chr. kolonisierten griechische Flüchtlinge aus Megara, Chalkedon und Byzantion die Stadt, denen vor der persischen Flotte zur Zeit der Skythenzüge des Dareios nach dem Gemetzel an griechischen Aufrührern in Kleinasien gruselte.

Die natürlichen Docks und gute Verteidigungsmöglichkeiten sowie die Aussichten auf prosperierenden Handel mit den thrakischen Binnenländlern begünstigten die Ortswahl.

Vorschau:

Im nächsten Beitrag der Nessebar-Serie befassen wir uns mit der griechischen, römischen, byzantinischen und bulgarischen Geschichte der Halbinsel.

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